Pigor singt, Benedikt Eichhorn muss begleiten

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24.10.2000 von Pigor

Die Neugeburt oder zumindest  Verjüngung des Chansons kann aber vielleicht nur, wie Pigor und Eichhorn es gezeigt haben aus dem Geist des Hip-Hop erfolgen
                          Frankfurter Allgemeine Zeitung 24.10.2000  Christiane Rosinger

Frankfurter Allgemeine Zeitung 24.10.2000

Atemholen vor der Zeit
Beim Chansonfest wehte der Geist des Hip Hop

In Frankreich ist jedes Lied ein Chanson, in Deutschland gibt es bessere und schlechtere Schlager, in der Hauptstadt aber tatsächlich so etwas wie eine neue Chansonszene. Dokumentiert wird dies durch das Berliner Chansonfest, das jetzt bereits zum fünften Mal stattfand und zahlreiche Menschen ganz unterschiedlichen Alters in die Tempelhofer Ufa-Fabrik lockte. Es scheint also immer noch ein grosses Interesse m gesungenen Wort und vertonten Text zu geben...

... der zweite Teil des Abends: "Pigor singt - Benedikt Eichhorn muss begleiten". Die Künstler nennen ihren Stil Salon-Hip-Hop und gehören schon jetzt zu den Stars der Chansonszene. Die bewährte Aufteilung - hier der selbstherrliche, schleimige Sänger, da der Pianist, als unterdrückte Kreatur funktioniert gut.

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 Dank unorthodoxer Silbentrennung reimt sich dies an unvorhergesehenen Stellen allerdings aufs beste. Endgültig begeistert ist das Publikum nach dem Heideggerlied. Die Wortkonstruktionen des substantivverliebten Philosophen werden zum zungenbrecherischen Raggamuffin, und nach all dem "Sinn des Seins" und der "Zeugganzheit" der Strophen wird der Refrain "Da hat der Heidegger wieder mal recht gehabt" betont bodenständig geschuhplattlert.
... Die Organistatoren haben sich auch beim fünften Chansonfest redlich bemüht Repräsentanten der unterschiedlichen Richtungen des neuen Chansons zu bringen. Die Neugeburt oder zumindest  Verjüngung des Chansons kann aber vielleicht nur, wie Pigor und Eichhorn es gezeigt haben aus dem Geist des Hip-Hop erfolgen
                            Christiane Rosinger

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