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Der Begleiter M: Eichhorn T: EichhornIch hatte sie alle
Ob schwarz, ob braun, ob blond
Von schütterem Haar bis hin zur Glatze
Von gekünstelt bis gekonnt
Von Diva bis Zicke
Von Maus bis mondän
Von versoffen verraucht und verrucht
Bis Belcanto und souverän
Ihr habt ja keine Ahnung
Was es heißt Begleiter zu sein
Der Sänger steht im Licht
Den Begleiter sieht man nicht
Er gibt mir den Einsatz,
Er gibt das Tempo vor
Findet er mal seinen Ton nicht
Geht er ab wie´n Kernreaktor
Über jedem Klavier
Hängt ein Schild: „Bitte folgen! Sänger!“
Doch muss mal jemand husten
Hat er gleich ´n Hänger!
Ihr habt ja keine Ahnung
Was es heißt Begleiter zu sein
Der Sänger steht im Licht
Den Begleiter sieht man nicht
Von Lörrach nach Lutterbek
Bis hier in dieses Spiegelzelt
Das ist ein weiter Weg
Für ein Landei aus Coesfeld
New York Zürich Wien,
Aber auch in Bruchsal Bayreuth Bregenz
Da sah ich sie vorüberzieh´n
Die Sänger meines Lebens
Und immer wieder Berlin
Immer wieder in Berlin
Immer dieselben Harmonien
Durch die Gegend schieb´n
Diese Melodien,
Die sie unendlich zieh´n
Wenn sie die Einsätze nicht krie´n
Rufen sie gleich nach Aspirin
Weil sie laut wie die Hirsche röhren
Könn´n sich selber nicht mehr hören
Dann wird der Monitor wieder so laut gedreht
Dass man seinen eigenen Flügel nicht mehr hört
Wenn sie den Rhythmus dann nicht raffen
Müssen sie uns anblaffen
„Wie ich hab mich versungen?
Du, du Penner du bist nicht gesprungen!“
Und immer wieder Berlin
Immer wieder in Berlin
Muss man mit ihn´n
Nach´m Auftritt um die Häuser ziehn
Und dann hocken sie zusammen
Und üben das Geben von Autogrammen
Erzählen sich Anekdötchen
Von ihrem letzten Stimmbandknötchen
Jammern über ihre blöden Pianisten
Die nicht begreifen was sie sind, nämlich Statisten!
„Ach könnt´ ich nur ein Instrument
Dann wär ich mein eigener Begleiter“
Aber so ein Sängerhirn erkennt
Ab drei Vorzeichen doch nicht mehr eine Tonleiter
Sie halten sich für die tollen Hechte
Und uns Begleiter für ihre Tastenknechte! Aargh!
Ich weiß ich bin kein Sänger
Ich habe mich erkundigt
Ich hatte nur Klavier-
Und nie Gesangsunterricht
Meine Atmung ist flach
Ich hab keine Stütze
Im Satzgesang
Produzier ich nur Grütze
Ich kann weder Töne halten
Noch Bögen singen
Meine Intonation
Ist zum Händeringen
Der Kehlkopf unbeweglich
Mein Phrasieren ein Geschmiere
Ich gebe zu:
Ich dilettiere
Ich komme zum Ende
Und hab an Sie eine Bitte
Ich geh gleich alleine
Von diesem Flügel hier in die Bühnenmitte!
Da, da stehen die Sänger
Da ist das Rampenlicht
Wenn ich da gleich steh
Keine Sorge, Pigor hört es nicht!
Klatschen Sie, rasten Sie aus
Geben Sie mir – einmal auf Stufe 5 - Applaus!